Wir thematisieren die wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik und zeigen Wege auf, wie man sich auch selbst mit Hilfe des Netzes für digitale Freiheiten und Offenheit engagieren kann. Mit netzpolitik.org beschreiben wir, wie die Politik das Internet durch Regulierung verändert und wie das Netz Politik, Öffentlichkeiten und alles andere verändert.
Die 22. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 8 neue Texte mit insgesamt 58.965 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.
Werden eigene Regeln von den Social-Media-Plattformen nicht befolgt, bleiben sie reines Blabla. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Mika BaumeisterWenn Social-Media-Plattformen zu viel oder zu wenig löschen, können sich Nutzer:innen beim Appeals Centre Europe beschweren. In mehr als 1.700 Fällen hielten die Schlichter:innen die Entscheidungen der Tech-Konzerne für falsch. Sie bemängeln „markante und immer wiederkehrende Probleme“.
Ein Patrouillenboot der libyschen Küstenwache im August 2025 – Alle Rechte vorbehalten: Max Cavallari / SOS MEDITERRANEEGriechenland und Frankreich lassen das UN-Mandat der Mittelmeermission IRINI gegen Waffenlieferungen auslaufen. Stattdessen unterstützt die EU nun auch das abtrünnige Ostlibyen mit Überwachungstechnik und der Ausbildung libyschen Personals, das dann Flüchtlingsboote abfangen soll.
Egal ob Krypto- oder Prognosemärkte: Trump dereguliert und profitiert. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Igor OmilaevWährend weltweit immer mehr Länder Prognosemärkte als Glücksspiel behandeln, baut die Trump-Regierung ihre Aufsichtsbehörde zum Anwalt der Branche um. In den USA sollen Krypto- und Prognosemärkte so unreguliert wie möglich wachsen können – und Familie Trump profitiert mit.
Temu hat den Digital Services Act verletzt, hat heute die EU-Kommission verkündet. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / SOPA ImagesDer chinesische Online-Händler Temu schlampt im Umgang mit gefährlichen und illegalen Produkten, hat heute die EU-Kommission festgestellt. Nach X handelt es sich um den zweiten Online-Dienst, der gegen den Digital Services Act verstoßen hat.
Eine SQL-Injection im Datenbank-Layer von Drupal Core erlaubt anonymen Angreifern Lese- und Schreibzugriff auf alle Anwendungsdaten. Das Drupal Security Team stuft CVE-2026-9082 mit 23 von 25 Punkten als hochkritisch ein und meldet aktive Angriffe. Updates gibt es für alle gepflegten Zweige.
Die Cloud-Infrastruktur der Microsoft-365-Plattform ist abgesichert. Doch vielen Nutzern ist nicht klar: Die Verantwortung für den Schutz ihrer E-Mail-Postfächer, Datenbestände und Benutzerkonten tragen sie selbst. Was Unternehmen gegen die Awareness-Lücke tun können.
Klassische Security-Stacks folgen festen Regeln, doch Angreifer ändern ihre Taktiken schneller als Teams nachziehen können. Reinforcement Learning setzt hier an: Autonome Netzwerk-Agenten lernen durch Versuch und Irrtum, welche Verteidigungsstrategien wirken. Dieselbe Technologie funktioniert aber auch offensiv, was ANA zu einem ambivalenten Werkzeug macht.
Alle Cloud-Risiken über eine einzige Plattform adressieren: Das ist das Ziel der Watchguard-Lösung CloudDR. Dazu hat der Security-Experte Perimeters.io übernommen und die Technologie in das MSP-First-Ökosystem eingebunden. Welche Vorteile haben die Partner?
Autonome KI-Agenten automatisieren Prozesse in Unternehmen und fällen dabei eigenständige Entscheidungen. Ohne überprüfbare digitale Identitäten – wie von der EU (eIDAS) vorgesehen – fehlt jedoch die Grundlage für Sicherheit und Haftung.
Der YellowKey-Exploit hebelt BitLocker über die Windows-Wiederherstellungsumgebung aus und ermöglicht Klartext-Zugriff auf verschlüsselte Laufwerke mit USB-Stick und Neustart. Microsoft führt die Lücke unter CVE-2026-45585, ein Patch steht noch aus. Als sofortige Schutzmaßnahme empfiehlt Microsoft TPM+PIN sowie ein PowerShell-Skript zur Bereinigung des WinRE-Images.
Über ein manipuliertes TanStack-npm-Paket der Mini-Shai-Hulud-Kampagne gelangen Angreifer in die CI/CD-Pipeline von Grafana Labs und stehlen den kompletten Quellcode aus GitHub-Repositories. Das Unternehmen lehnt die Lösegeldforderung ab und informiert US-Bundesbehörden. Produktionssysteme und die Grafana-Cloud-Plattform bleiben nach Firmenangaben unberührt.
Ein Klick – und schon sind sie drin. Das Browser-Einfallstor steht sperrangelweit offen und Cyberkriminelle nutzen es weidlich aus. Das zeigt eine neue Studie von Omdia. Kein Wunder, dass Browser-Sicherheit jetzt ganz oben auf der Investitionsliste steht.
Microservices und KI bringen nur dann Mehrwert, wenn klare Fachdomänen, dedizierte Teams und reife Betriebsprozesse vorhanden sind. Andernfalls erzeugen sie verteilte Komplexität statt Entlastung. Container bilden die nötige Basis, KI erfordert zusätzlich saubere Daten- und Modelldokumentation. Modernisierung gelingt evolutionär, nicht durch architektonische Idealbilder.
Siemens hat als erster Software-Anbieter eine Rahmenvereinbarung mit dem „European Chips Joint Undertaking“ (Chips JU) unterzeichnet. Es geht darum, die europäische Halbleiterindustrie zu stärken, indem die Zusammenarbeit zwischen der EU, den Mitgliedstaaten und der Privatwirtschaft im Rahmen des Projekts „European Chips Design Platform“ (EuroCDP) gefördert wird.
In „Uptown Basel“ startet ein wassergekühlter KI-Superrechner mit 220 „Nvidia-H100“-GPUs. Die Infrastruktur kombiniert Hochleistungsrechnen, Abwärmenutzung und souveräne KI-Modelle unter Schweizer Gerichtsbarkeit.